Namensgeber der Schule · 1724–1804
Immanuel Kant
Immanuel Kant gilt als einer der einflussreichsten Philosophen der Neuzeit und als Hauptfigur der deutschen Aufklärung. Nach ihm ist die Immanuel-Kant-Schule in Neumünster benannt – wie viele weitere Schulen in Deutschland.
- Geboren
- 22. April 1724 in Königsberg (Preußen)
- Gestorben
- 12. Februar 1804 in Königsberg
- Epoche
- Aufklärung
- Hauptwerke
- Kritik der reinen Vernunft (1781), Kritik der praktischen Vernunft (1788), Kritik der Urteilskraft (1790)
Leben in Königsberg
Kant wuchs als Sohn eines Sattlermeisters in einfachen Verhältnissen in Königsberg auf und studierte ab 1740 an der dortigen Universität, der Albertina. Nach Jahren als Hauslehrer kehrte er an die Universität zurück, wurde 1755 Magister und Privatdozent und lehrte ein ungewöhnlich breites Spektrum von Fächern – von Logik und Metaphysik bis zu Physik und Geographie. 1770 erhielt er die Professur für Logik und Metaphysik.
Seine Heimatstadt hat Kant zeit seines Lebens kaum verlassen. Sprichwörtlich wurde sein streng geregelter Tagesablauf. Kant starb 1804 in Königsberg, sein Grab befindet sich am Dom der Stadt, die heute Kaliningrad heißt.
Das Werk: Was kann der Mensch wissen?
Mit der „Kritik der reinen Vernunft“ (1781) stellte Kant die Philosophie auf eine neue Grundlage. Er fragte, was menschliche Erkenntnis überhaupt leisten kann und wo ihre Grenzen liegen. Seine Antwort: Wir erkennen die Dinge nicht, wie sie „an sich“ sind, sondern so, wie sie uns durch die Formen unserer Anschauung und unseres Verstandes erscheinen – eine Wende, die Kant selbst mit der des Kopernikus verglich.
Die Philosophie fasste Kant in vier Fragen zusammen:
- Was kann ich wissen?
- Was soll ich tun?
- Was darf ich hoffen?
- Was ist der Mensch?
Der kategorische Imperativ
In der „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ (1785) und der „Kritik der praktischen Vernunft“ (1788) entwickelte Kant seine Ethik. Ihr Kern ist der kategorische Imperativ:
„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“
Moralisch ist eine Handlung danach nicht wegen ihrer Folgen, sondern wenn ihr Grundsatz für alle Menschen gelten könnte. Eine weitere Fassung verlangt, jeden Menschen immer zugleich als Zweck und niemals bloß als Mittel zu behandeln – ein Gedanke, der bis heute die Idee der Menschenwürde prägt.
„Sapere aude“ – Kant und die Aufklärung
1784 beantwortete Kant in der Berlinischen Monatsschrift die Frage „Was ist Aufklärung?“. Seine Antwort ist der wohl bekannteste Satz der deutschen Philosophie:
„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. […] Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“
Unmündig ist für Kant, wer sich nicht traut, selbst zu denken, und anderen das Urteil überlässt. Dass sich Schulen nach ihm benennen, liegt nahe: Selbstständiges Denken ist bis heute eines der wichtigsten Ziele von Bildung.
Zum ewigen Frieden
In seiner Schrift „Zum ewigen Frieden“ (1795) entwarf Kant die Idee eines Bundes freier Staaten, die ihre Konflikte durch Recht statt durch Krieg lösen. Der Entwurf gilt als einer der gedanklichen Vorläufer des Völkerbunds und der Vereinten Nationen.
Kant heute
2024 jährte sich Kants Geburtstag zum 300. Mal, das Jubiläum wurde in Deutschland mit zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen gewürdigt. In Schulen, Universitäten und der politischen Debatte sind seine Fragen nach Erkenntnis, Moral und Frieden bis heute präsent.
Häufige Fragen zu Immanuel Kant
Wann und wo lebte Immanuel Kant?
Immanuel Kant wurde am 22. April 1724 in Königsberg in Preußen geboren und starb dort am 12. Februar 1804. Königsberg heißt heute Kaliningrad und gehört zu Russland.
Was sind Kants wichtigste Werke?
Die drei Kritiken: „Kritik der reinen Vernunft“ (1781), „Kritik der praktischen Vernunft“ (1788) und „Kritik der Urteilskraft“ (1790). Dazu die „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ (1785), der Aufsatz „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ (1784) und die Schrift „Zum ewigen Frieden“ (1795).
Was ist der kategorische Imperativ?
Kants Grundprinzip der Moral: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Eine Handlung ist danach nur dann moralisch, wenn ihre Regel für alle gelten könnte.
Was bedeutet „Sapere aude“?
Lateinisch für „Wage es, weise zu sein“. Kant übersetzte es 1784 als Wahlspruch der Aufklärung: „Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“